Der letzte radioaktiv verseuchte Reaktor aus dem ehemals größten Kernkraftwerk der DDR, Lubmin, wurde in das Zwischenlager Nord über eine Entfernung von 2,6 Kilometern abtransportiert. Dort soll er am Donnerstag eingelagert werden, wo in den nächsten Jahrzehnten die Radioaktivität abklingen soll. Bereits im Jahr 1990 wurde das Kraftwerk abgeschaltet. Der Chef der Energiewerke Nord (EWN) sagt, dass die Demontagearbeiten zu rund 85 Prozent beendet seien.
Bei dem Reaktor handelt es sich um den Reaktor der blockes vier, der eine Leistung von 440 Megawatt besessen hat. 1979 wurde er in Betrieb genommen. Um die Strahlung abzuschirmen, wurde er vergangene Woche in einen 13 Zentimeter dicken Abschirmzyllinder aus Stahl eingeschlossen. Strahlenschutzbeauftragter Frak Hülsen sagte der Zylinder soll verhindern, dass der zulässige Grenzwert für radioaktive Strahlung überschritten wird. Die Brennelemente wurden bereits kurz nach der Abschaltung aus dem Reaktor entfernt.
Das Reaktordruckgefäß aus dem Block fünf konnte bereits im Jahr 2003 als ganzes demontiert und ins Zwischenlager transportiert werden. Dessen Strahlung war deutlich geringer, da es seinerzeit nur für 23 Tage lang aktiv war. Im Jahr 2007 wurden auf die gleiche Art und Weise die Behälter aus den Blöcken eins und zwei, sowie aus dem brandenburgischen Kernkraftwerk Rheinsberg, abgebaut. Im Zwischenlager Nord befinden sich außer den Reaktordruckbehältern noch 65 Castor-Behälter mit Brennstäben und anderem radioaktiven Abfall aus Kraftwerken der früheren DDR. Der Rückbau des Kraftwerkes Lubmin wird voraussichtlich 2012 beendet werden, er wird insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro kosten.
