Nachdem sie dem Verbraucher treue Dienste geleistet hat, nimmt die althergebrachte Glühlampe ab dem 1. September ihren Hut. Laut EU-Verordnung ist sie zu umweltschädlich und zu kurzlebig. Zuerst geht es der 100-Watt-Birne an den Kragen. Die Glübirnenfans langen aber nochmal ordentlich zu und decken sich mit einem Vorrat der strahlenden Glaskolben ein.
Alice Pirgov, Expertin des Marktforschungsunternehmens GfK, sagt: „Die Leute kaufen wie panisch.“ Tradition soll hierfür verantwortlich sein. Viele wollen sich einfach nicht trennen.
Rational ist das Kaufverhalten der Konsumenten alledings nicht. Obwohl zunächst nur das 100-Watt-Modell vom Markt genommen wird, kaufen die Verbraucher auch die kleineren Modelle auf Vorrat. Dabei sollen die 60- und 40 -Watt-Birnen erst innerhalb der nächsten 2-3 Jahre vom Markt genommen werden.
Einer der Hauptkritikpunkte der Verbraucher an den neuen Energiespar- oder Halogenlampen ist der Preis. Mit bis zu zehn Euro sind sie deutlich kostspieliger als die rund einen Euro teure Birne. Dabei bedenken die meisten Verbraucher nicht, dass die Lebensdauer der neuen Modelle im Vergleich bis zu zehn mal so hoch ist. Dabei verbrauchen sie deutlich weniger Energie.
Für die Abneigung gegenüber der Energiesparlampe gibt es aber noch einen weiterer Grund. Viele Verbraucher mögen das Licht der Lampen nicht. Viele empfinden es als zu Kalt. Jan de Boer, Leiter des Bereichs Lichttechink des Freuenhofer-Instituts für Bauphysik, sagt es gebe heutzutage eine große Auswahl an Energiesparlampen und Halogenleuchten, deren Licht dem der Glühlampe nahe kommt. Es sei die Aufgabe der Baumärkte und Warenhäuser ihre Warenauslagen zu optimieren, damit der Verbraucher sich ein besseres Bild machen kann.
Derweil haben viele Hersteller von Glühbirnen die Produktion aufgrund der hohen Nachfrage nochmal hochgeschraubt, bevor in wenigen Tagen das Verbot in Kraft tritt. Ihre Restbestände dürfen die Händler noch bis über den 1. September hinaus verkaufen.
Im europäischen Vergleich scheint Deutschland als einziges Land der Glühbirne die Treue zu halten. In anderen EU-Ländern ist der Absatz deutlich zurückgegangen. Bis 2012, jedoch, werden auch die letzten Modelle vom Markt verschwinden.

Einfache LowKost-Energiesparleuchtmittel gibt es schon zwischen zwei und vier Euro. Für die meisten, geschlossenen Leuchten reichen die voll und ganz. Ich verstehe nicht, warum sich trotzdem so viele Verbraucher nicht von den normalen Glühlampen trennen können.