Der Energieriese E.ON hat zwecks Erfüllung einer Vereinbarung mit der Wettbewerbskommission der Europäischen Union 13 Wasserkraftwerke an den österreichischen Stromerzeuger Verbund verkauft. E.ON muss zur Verhinderung eines Kartellverfahrens massiv Kapazitäten abbauen.
Vor einigen Monaten drohte dem deutschen Branchenprimus ein Ermittlungsverfahren der EU-Kommission wegen kartellmäßiger Preismanipulation. Um dieses Verfahren zu verhindern, erklärte sich E.ON bereit, 5000 Megawatt an Kraftwerkskapazitäten abzustoßen und sich von seinen Höchstspannungsnetzen zu trennen. Mit dem nun verkündeten Verkauf der 13 Wasserkraftwerke, die sich in Bayern an der Inn befinden und zusammen eine Leistung von 312 Megawatt sowie eine Jahresleistung von 1800 Gigawattstunden aufbringen, hat sich das Unternehmen nun nach Informationen der Agentur “Reuters” bereits von 3200 Megawatt getrennt und kommt der Erfüllung der Auflagen somit näher.
Bedeutendes Geschäft
Aber nicht nur für die Deutschen ist der beschlossene Deal von recht großer Bedeutung Vor allem die Verbund, der größte Elektrizitätskonzern Österreichs, kann profitieren und ihre Stellung auf dem Ökostrom-Sektor ausbauen. Nach Abschluss der größten Einzeltransaktion der Unternehmensgeschichte betreibt der Erzeuger 115 Wasserkraftwerke mit einer Jahresproduktion von 27 Milliarden Kilowattstunden, wodurch er zum viertgrößten Wasserkraftkonzern Europas aufsteigt. Insgesamt erhöht sich der Absatz von Verbund auf 60 Milliarden Kilowattstunden Strom, von denen 40 Prozent in den wichtigsten Markt Deutschland fließen.
Das Kaufvolumen des Deals beläuft sich nach eigenen Angaben auf mehr als 1 Mrd. Euro. Zwei Drittel davon werden mit Barmitteln und ein Drittel in Form von Stromlieferungen beziehungsweise Strombezugsrechten über einen Zeitraum von 20 Jahren beglichen. Der genaue Kaufpreis wird auf Wunsch von E.ON geheim gehalten.
