Die Stadt Hamburg greift mit dem neuen Anbieter “Hamburg Energie” wieder aktiv in den Strommarkt ein. Das Angebot richtet sich zunächst nur an Privatkunden, die mit günstigem und sauberem Strom versorgt werden sollen.
Wie Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) nach Informationen der “Welt” erklärte, soll der neue städtische Anbieter keine Nische füllen, sondern sich als Massenanbieter auf dem Markt etablieren. Das Ziel sei es, einen preiswerten und transparenten Energieversorger zu schaffen, der die Interessen der Stadt vertrete und alle Bürger – unabhängig von der finanziellen Situation – anspreche. Der benötigte Strom soll vorerst eingekauft werden, jedoch schon ab 2011 aus eigenen Quellen fließen. Diese werden umweltfreundliche Windkraft-, Fotovoltaik- und Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen sein und sollen in nächster Zeit in Hamburg und Umgebung aufgebaut werden.
Eigenfinanzierung
Das Startkapital für “Hamburg Energie” liefern die Hamburger Wasserwerke. 10 Mio. Euro stellen sie für den neuen Ökostrom-Anbieter zur Verfügung und ermöglichen so eine Finanzierung des Projektes ohne den Einsatz von Steuergeldern. Auch in Zukunft soll dies vermieden werden, versichert Hajduk: “Hamburg Energie” solle sich selbständig auf dem Markt behaupten und die erwirtschafteten Gelder in neue Projekte reinvestieren. Der Anbieter richte sich zunächst nur an Privathaushalte, die mit “Hamburg Energie” eine weitere Alternative zu großen Anbietern wie Vattenfall erhalten sollen. Damit wird bei ausreichender Unterstützung von den Verbrauchern auch der Wettbewerb und der Ausbau regenerativer Energien in der Hansestadt vorangetrieben. Mittelfristig sind aber auch die Belieferung von Gewerbekunden und städtischen Gebäuden geplant.
Neue HEW
Von 1914 bis 2002 hielt die Stadt Hamburg bereits Anteile an den Hamburger Elektricitäts-Werken. Diese wurden vor sieben Jahren an Vattenfall verkauft, was sich danach allerdings nach Ansicht vieler Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherverbänden als Fehler herausstellte. Daher visierte er Senat der Hansestadt die Gründung eines neuen Stromanbieters bereits seit längerem an. Die GAL machte “Hamburg Energie” zu einer Bedingung in den Koalitionsverhandlungen mit der Union, die nun in die Realität umgesetzt wurde. Wie erfolgreich und massenkompatibel der neue Anbieter tatsächlich sein wird, hängt zu großen Teilen auch an den Hamburger Verbrauchern und ihrer Bereitschaft, “Hamburg Energie” zu unterstützen. Die Umweltbehörde zeigt sich jedenfalls optimistisch, die ehrgeizig gesteckten Ziele für den neuen städtischen Anbieter erreichen zu können.
