Ab 2014 soll ein Seekabel günstigen Strom von Norwegen nach Deutschland bringen. So sollen die hohen Strompreise hierzulande bekämpft und der Wettbewerb gestärkt werden,
Ein Konsortium aus den norwegischen Wasserkraft- und Energiekonzernen Agder und Lyse sowie dem schweizerische Unternehmen EGL will das sogenannte “NorGer” – Projekt in diesen Tagen auf den Weg bringen. Dadurch soll der Weg für die Verlegung einer Stromleitung durch die Nordsee geebnet werden, der das niedersächsische und norwegische Festland elektrisch miteinander verbindet. Der in Norwegen vorrangig durch Wasserkraft erzeugte Strom wird dann durch die 1,400 Megawatt starke Leitung transportiert und ins deutsche Netz eingespeist, was etwa der Leistung eines zusätzlichen Atomkraftwerkes entspricht.
Konkurrenz für Energieriesen
Der Vorteil für den hiesigen Markt: Der Strom ist in Norwegen deutlich günstiger zu haben als an der Leipziger Strombörse EEX. Damit bekommen die hier noch immer den Großteil der Stromerzeugung kontrollierenden Konzerne E.ON, RWE und Co. durchaus ernst zu nehmende Konkurrenz. Verbraucherschützer erhoffen sich hierdurch ein Erstarken des Preiskampfes und das “Aufbrechen der verkrusteten Erzeugungsstrukturen”, wie es ein Industriesprecher gegenüber dem “Handelsblatt” formulierte.
Das neue Kabel soll darüber hinaus auch in die umgekehrte Richtung funktionieren. So kann der immer öfter auftretende überschüssig in norddeutschen Windkraftanlagen produzierte Strom nach Norwegen geleitet werden. Dort gibt es – im Gegensatz zu Deutschland – bereits Speicheranlagen und Pumpspeicherkraftwerke, in denen der Strom zum Pumpen von Wasser in hoch gelegene Speicherbehälter verwendet wird. Von dort aus kann das Wasser wieder Strom erzeugende Turbinen antreiben.
