Montag, Mai 04th, 2009 | Autor: admin

Tagstromelektroheizungen werden oft als günstig, effizient und umweltschonend angepriesen. Zu unrecht, wie der “Deutschlandfunk” berichtet.

In der Werbung klingt es nach einer sinnvollen und lohnenden alternativen Heizmethode. 2.500 Euro für eine Elektroheizung statt 20.000 für eine Öl- oder Gasanlage, kein Rohreverlegen, Wirtschaftlichkeit durch große Heizfläche, Schamottkerne und lange Wärmespeicherung ohne Strom. Aber die Elektroheizung ist bei genauerem Hinsehen keinesfalls die bequeme und billige Heiztechnik, als die sie die Werbung gerne platzieren würden. In einem Bericht des “Deutschlandfunks” weisen Experten auf die Problematiken und Schwächen der Stromfresser hin.

Betriebskosten und Umweltlaster

So wird unter anderem vor der “Schamottisierung” der Heizung gewarnt. Hierdurch verlängere sich die Aufheizdauer und trotz der längeren Wärmespeicherung würde die Wärme kontinuierlich und unkontrollierbar abgegeben – und das möglicherweise zu einer ungünstigen Zeit. Verbraucherschützer Thomas Hagen rechnet außerdem vor, dass die Betriebskosten einer Stromheizung mit rund 20 Cent pro Kilowattstunden deutlich höher ausfallen würden als bei einer mit Öl oder Gas betriebenen Heizung. Bei letzteren würde der Preis, umgerechnet auf die Heizwärme, nur 7 bis 8 Cent pro Kilowattstunde betragen.
Darüber hinaus sei der Aspekt der Stromgewinnung überaus schlecht für die CO2-Bilanz der Elektroheizung. Denn nur ein Drittel der eingesetzten Primärenergie aus Gas, Kohle oder Uran komme beim Kunden an – der Rest ginge in den Stromgewinnungskraftwerken verloren. Eine “verheerende” Bilanz, findet Hagen. Beim Heizen mit Öl und Gas sei die Energiequote dagegen mit knapp 90 Prozent sehr viel besser.
Letztendlich sei die Elektroheizung nur dann eine sinnvolle Alternative, wenn sie in einem energieeffizienten (Passiv-)Haus oder mit Strom aus regenerativen Energiequellen betrieben werde, resümiert der “Deutschlandfunk”. Bei letzterem Fall bliebe aber noch immer das Problem des hohen Strompreises. Folglich ist die Tagstromelektroheizung also für normale Haushalte in den meisten Fällen langfristig keine sinnvolle Investition.

Kategorie: Allgemein
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